Seesener Heimbeatmungsworkshop

Startseite

Grußwort

Veranstalter

Programm

Referenten

Anfahrt

Anmeldung

Impressum

Links

 

Grußwort

Alexander Dettmer

Zuhause, eine WG oder ein Heim. Vor diese Frage wurde ich gestellt, als ich durch den Tod meiner Mutter nicht mehr von meinen Eltern versorgt werden konnte. Zuvor hatten wir alles allein in unserer Familie geregelt, ohne Hilfe von Außen.

Weder die ortsansässige Krankenkasse, normale Pflegedienste, noch die Klinik konnten mir anfangs weiterhelfen.

Da ich ein Heim vermeiden wollte, dachte ich daran, aus Kostengründen eine WG zu gründen, in der man sich die Pflege teilen könnte. Erst im Internet erfuhr ich, dass es in meiner Situation als Beatmeter auch möglich ist, zuhause rund um die Uhr gepflegt zu werden. Nachdem es sehr schwierig war, potentielle Mitbewohner für eine WG zu finden, was ich immer noch für eine gute Alternative zum Heim ansehe, ließ ich mich mit meinem Vater auf das Abenteuer 24 Stunden Pflege ein.

Das Internet half mir wieder bei der Suche nach einem Pflegedienst, was nicht leicht war, weil es dafür keine offizielle Hilfestellung gibt. Auch Kriterien, den "richtigen" Pflegedienst zu finden, fand ich nicht, so dass fast nur der persönliche Eindruck bei einem Gespräch ausschlaggebend war.

Die Unsicherheit, wie es sein würde, wenn immer fremde Leute im eigenen Haushalt sind, legte sich schnell. Wir gewöhnten uns daran, zumal es auch keine richtige Alternative gab. Jetzt nach über zwei Jahren ist es für uns so normal geworden, dass es mir schwer fällt, mich an meine Gefühle von damals zu erinnern. Es gibt immer Hochs und Tiefs, das Positive überwiegt jedoch. Neben allen professionellen Aspekten ist für uns vor allem das persönliche Verhältnis zu den Pflegekräften ausschlaggebend. Auch wenn sich jeder Mühe gibt, so kann es doch schon mal sein, dass es einfach nicht passt. Das kommt ja aber im normalen Leben genauso vor und lässt sich meistens irgendwie regeln. Unser Leben ist jetzt anders als früher, aber durch Mitbestimmung, Kompromissbereitschaft und Toleranz lässt sich ein Umfeld schaffen, in dem wir fast normal leben können, ohne ständig an Krankheit und Pflege denken zu müssen. Wenn das erreicht ist, hat ein Pflegedienst mitsamt seinen Mitarbeitern gute Arbeit geleistet.